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27. August 2009, 18:24 von politik-visuell.de

Auf der Suche nach dem richtigen Weg

Die deutschen Parteien setzen im Bundestagswahlkampf 2009 auf das Internet und seine Beteiligungs-und Vernetzungsmöglichkeiten. So sind Blogs, Video-Channel und Profile der Kandidaten auf Facebook und Studivz fester Bestandteil der Kampagnen. Es macht zuweilen den Eindruck, als ob sich der Wahlkampf in die Online-Welt verlagert hat.

Dass dem nicht so ist, zeigen immer wieder die Wahlplakate der Parteien und die Diskussion über sie. Die Straßen sind voll von ihnen. An nahezu jeder Ecke sieht man sie, mal Großflächenplakate mal die klassischen kleinformatigen Laternenplakate. Das angestrebte Ziel ist dabei bei allen Parteien dasselbe: Aufmerksamkeit generieren und überzeugen.

In der Frage des Wie zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede.

Die SPD verfolgt ziemlich deutlich eine Themen-Strategie. Es wird versucht, die Wähler mit Inhalten zu überzeugen und eine Begründung für die SPD-Stimme zu geben. Dies geschieht in dem Menschen des Volkes natürlich in gleichberechtigter Weise (2 Frauen und 2 Männer) jeweils ihre Einstellung zu Bildung, Gesundheit, Atomkraft und Arbeitsplätzen äußern und damit zugleich ihre Entscheidung für die SPD begründen.  

 


Nur ein einziges Plakat zeigt den Spitzenkandidaten Steinmeier mit dem Slogan „Anpacken. Für unser Land“. Eine Kernbotschaft findet sich auf den SPD-Plakaten trotz der Themen-Strategie nicht. Die grafische Gestaltung ist bei allen Plakaten dieselbe. Ein gestelltes Portrait, das etwa Zweidrittel des Plakats einnimmt, wird mit dem roten SPD-Quadrat und der Botschaft kombiniert. .   

Die CDU wählt einen ganz anderen Weg, um Aufmerksamkeit zu generieren und zu überzeugen. Sie stellt ihre Minister in den Vordergrund und wirbt mit dem Slogan: Wir haben die Kraft für… Je nach Minister und Zuständigkeitsbereich folgt dann die thematische Ergänzung.

 
(Quelle: www.cdu.de)

Diesem Muster entsprechend werden mehr Themen angesprochen als bei der SPD. So werden auch die Bauern, Familie, Wirtschaft sowie Sicherheit und Freiheit thematisiert. Bei der grafischen Gestaltung wurde versucht, die Minister in ihrem Alltag darzustellen und auf gestellte Portraits zu verzichten. Das führt dazu, dass die Anordnung auf den Plakaten abhängig von den Fotos ist. Somit ähneln sich die Plakate zwar in ihrer Idee, bieten zugleich aber auch eine gewisse Abwechslung.

Die Grünen setzen ganz klar auf Farbspiele und Motive. Ihre Plakate basieren alle auf einem zentral angeordneten Bildmotiv, das mit einer passenden Botschaft verknüpft und durch den zentralen Slogan "Aus der Krise hilft nur Grün" begleitet wird. Auffällig erscheinen insbesondere die indirekt erscheinenden und in der Gestaltung versteckten Aussagen bezüglich der möglichen Koalitionen.

  
(Quelle: www.gruene.de)

Die Plakate zeigen deutlich, wie die (politisch gebrauchten) Farben genutzt wurden, um die deutlich wertende Botschaft zu vermitteln. Insofern erfordern die Plakate vom Betrachter ein wenig mehr Zeit, ihren Inhalt aufzunehmen. Zudem fällt auf, dass die Grünen, ähnlich wie die CDU, relativ viele Themen bewerben.

Nahezu konträr dazu wirken die Plakate der FDP. Sie entsprechen dem bekannten Muster von lächelndem Portrait und Slogan.

 
(Quelle: http://www.homopoliticus.de/2009/08/14/wahlplakate-2009/)

Sie sind im FDP-typischen gelb-blau gehalten. Eine zentrale Kernbotschaft oder einen Slogan wie bei der CDU und den Grünen gibt es nicht.

Die Plakate von Die Linke erinnern auf den ersten Blick stark an die Zigarettenpackung einer bekannten Marke. Sie sind mit Ausnahme der Gysi- und Lafontaine-Plakate alle einheitlich gestaltet.

 
(Quelle: www.die-linke.de)

Im unteren Drittel findet sich ein roter Hintergrund vor dem mit weißer Schrift auffällig viel Text geliefert wird. Dieser Text beinhaltet Forderungen, die durch ein Ausrufezeichen noch unterstrichen werden. Im oberen Drittel findet sich vor weißem Hintergrund in schwarzer fett Schrift eine zentrale Forderung. Außer der SPD ist Die Linke die einzige Partei, die auf ihren Plakaten einen Verweis zu ihren Online-Angeboten bietet.

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