SPD bei den Wahlplakaten klar vorn
Die SPD hat in der Bundestagswahl 2009 offensichtlich nur visuell überzeugen können. Sie belegt mit ihren Plakaten Umwelt, Gesundheit und Soziale Gerechtigkeit die ersten drei Plätze im visuellen Wahlkampf auf www.politik-visuell.de.

Die Plakate können auch weiterhin hier bewertet und kommentiert werden
Aufmerksamkeit generieren
Es ist ein alt bekanntes Muster. Einen Stimulus setzen – Aufmerksamkeit erzeugen – Veränderung bewirken. Diese Stimulus-Reponse-Vorstellung wirkt auch heute noch durch seine Schlichtheit eingängig und lässt Menschen an dessen Praktikabilität glauben. Dies lässt sich besonders deutlich an den vielfach diskutierten Wahlplakaten von Vera Lengsfeld und Halina Wawzyniak beobachten.
Quellen: http://www.wawzyniak.de/ www.spiegel.de
Offensichtlich haben beide Kandidatinnen den Eindruck, dass im Heimatrevier von Christian Ströbele die einheitlichen Parteiplakate nicht ausreichen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Deshalb hat man offensichtlich auf bekannte Reize zurückgegriffen, um diesem Manko Abhilfe zu schaffen. Ob das im Sinne des Stimulus-Reponse-Modells auch tatsächlich zur gewünschten Wirkung führt erscheint fraglich.
Auf der Suche nach dem richtigen Weg
Die deutschen Parteien setzen im Bundestagswahlkampf 2009 auf das Internet und seine Beteiligungs-und Vernetzungsmöglichkeiten. So sind Blogs, Video-Channel und Profile der Kandidaten auf Facebook und Studivz fester Bestandteil der Kampagnen. Es macht zuweilen den Eindruck, als ob sich der Wahlkampf in die Online-Welt verlagert hat.
Dass dem nicht so ist, zeigen immer wieder die Wahlplakate der Parteien und die Diskussion über sie. Die Straßen sind voll von ihnen. An nahezu jeder Ecke sieht man sie, mal Großflächenplakate mal die klassischen kleinformatigen Laternenplakate. Das angestrebte Ziel ist dabei bei allen Parteien dasselbe: Aufmerksamkeit generieren und überzeugen.
In der Frage des Wie zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede.
Die SPD verfolgt ziemlich deutlich eine Themen-Strategie. Es wird versucht, die Wähler mit Inhalten zu überzeugen und eine Begründung für die SPD-Stimme zu geben. Dies geschieht in dem Menschen des Volkes natürlich in gleichberechtigter Weise (2 Frauen und 2 Männer) jeweils ihre Einstellung zu Bildung, Gesundheit, Atomkraft und Arbeitsplätzen äußern und damit zugleich ihre Entscheidung für die SPD begründen.

Nur ein einziges Plakat zeigt den Spitzenkandidaten Steinmeier mit dem Slogan „Anpacken. Für unser Land“. Eine Kernbotschaft findet sich auf den SPD-Plakaten trotz der Themen-Strategie nicht. Die grafische Gestaltung ist bei allen Plakaten dieselbe. Ein gestelltes Portrait, das etwa Zweidrittel des Plakats einnimmt, wird mit dem roten SPD-Quadrat und der Botschaft kombiniert. .
Die CDU wählt einen ganz anderen Weg, um Aufmerksamkeit zu generieren und zu überzeugen. Sie stellt ihre Minister in den Vordergrund und wirbt mit dem Slogan: Wir haben die Kraft für… Je nach Minister und Zuständigkeitsbereich folgt dann die thematische Ergänzung.

(Quelle: www.cdu.de)
Diesem Muster entsprechend werden mehr Themen angesprochen als bei der SPD. So werden auch die Bauern, Familie, Wirtschaft sowie Sicherheit und Freiheit thematisiert. Bei der grafischen Gestaltung wurde versucht, die Minister in ihrem Alltag darzustellen und auf gestellte Portraits zu verzichten. Das führt dazu, dass die Anordnung auf den Plakaten abhängig von den Fotos ist. Somit ähneln sich die Plakate zwar in ihrer Idee, bieten zugleich aber auch eine gewisse Abwechslung.
Die Grünen setzen ganz klar auf Farbspiele und Motive. Ihre Plakate basieren alle auf einem zentral angeordneten Bildmotiv, das mit einer passenden Botschaft verknüpft und durch den zentralen Slogan "Aus der Krise hilft nur Grün" begleitet wird. Auffällig erscheinen insbesondere die indirekt erscheinenden und in der Gestaltung versteckten Aussagen bezüglich der möglichen Koalitionen.

(Quelle: www.gruene.de)
Die Plakate zeigen deutlich, wie die (politisch gebrauchten) Farben genutzt wurden, um die deutlich wertende Botschaft zu vermitteln. Insofern erfordern die Plakate vom Betrachter ein wenig mehr Zeit, ihren Inhalt aufzunehmen. Zudem fällt auf, dass die Grünen, ähnlich wie die CDU, relativ viele Themen bewerben.
Nahezu konträr dazu wirken die Plakate der FDP. Sie entsprechen dem bekannten Muster von lächelndem Portrait und Slogan.

(Quelle: http://www.homopoliticus.de/2009/08/14/wahlplakate-2009/)
Sie sind im FDP-typischen gelb-blau gehalten. Eine zentrale Kernbotschaft oder einen Slogan wie bei der CDU und den Grünen gibt es nicht.
Die Plakate von Die Linke erinnern auf den ersten Blick stark an die Zigarettenpackung einer bekannten Marke. Sie sind mit Ausnahme der Gysi- und Lafontaine-Plakate alle einheitlich gestaltet.

(Quelle: www.die-linke.de)
Im unteren Drittel findet sich ein roter Hintergrund vor dem mit weißer Schrift auffällig viel Text geliefert wird. Dieser Text beinhaltet Forderungen, die durch ein Ausrufezeichen noch unterstrichen werden. Im oberen Drittel findet sich vor weißem Hintergrund in schwarzer fett Schrift eine zentrale Forderung. Außer der SPD ist Die Linke die einzige Partei, die auf ihren Plakaten einen Verweis zu ihren Online-Angeboten bietet.
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Die Linke gewinnt die Wahl zum besten Plakat
Die Wähler haben entschieden. Die Plakate "Zukunft für Kinder", "Bayern für alle" und "Armut bekämpfen" sind die beliebtesten Plakate.

Das beliebteste Plakt: Zukunft für Kinder.
Die sehr einheitliche Gestaltung der Plakate der Linken trifft offenbar den Geschmack der Wähler am besten. Auf Platz vier findet sich die CSU mit ihrem Plakat "B wie Bayern" gefolt von der SPD mit ihrem Plakat "Atomenergie".

Beliebtestes CSU Plakat: B wie Bayern.

Das beliebteste SPD Plakat.
Nicht unter die TOP 10 haben es die Plakate der FDP, der Grünen und der Freien Wähler geschafft.
Visueller Wahlkampf in Bayern ist eröffnet
Der Wahlkampf in Bayern geht in die heiße Phase. Die Parteien kämpfen um jede Stimme und werben mit ihren Plakaten. Diese können ab sofort im "visuellen Wahlkampf" von politik-visuell.de bewertet und kommentiert werden.
>> Zu den Wahlplakaten: Jetzt mitmachen und bewerten!
Geben Sie den Parteien ihr Feedback und treten Sie in einen Dialog mit anderen Wählern.
Das "visuelle" Wahlergebnis verkünden wir am 28. September um 18.00 Uhr.
Motiv und Titel und die Frage wie man sie versteht
Die Aufgabe eines Plakates ist es, eine klare Botschaft zu vermitteln. Was aber passiert, wenn die Botschaft nicht eindeutig ist oder aber das Motiv nicht zur Botschaft passt? Es entsteht ein Interpretationsspielraum. Wie weit dieser reichen kann, lässt sich im out of uppen Blog verfolgen. Die Positionen gehen von naivem Wahlplakat über ganz gewöhnlich bis hin zum Vorwurf, die SPD würde einen Pädophilen und sein Opfer abbilden.
Gleich welche Ansicht man teilt, bleibt die Erkenntnis: Plakate machen mehr aus als nur den Einsatz von Sympathieträgern wie dem grinsenden Mädchen. Es geht um das Zusammenspiel von Inhalt, Gestaltung und Platzierung. Wie wichtig dies ist, zeigt auch das Wahlplakat von Andreas Otto.

Die Botschaft „Vorsicht Otto“ war sicher nicht beabsichtigt.
Wie gut das Zusammenspiel von Inhalt, Gestaltung und Platzierung im Landtagswahlkampf in Bayern funktioniert, kann demnächst hier auf politik-visuell.de bewertet werden.
Hamburger Piraten haben gewonnen
Wie in Hessen hat die Piraten Partei auch in Hamburg die Wahl auf www.politik-visuell.de gewonnen.

Mit ihrem Plakat gegen GEZ Gebühren für Computer hat sie offensichtlich inhaltlich und visuell die Wähler am besten angesprochen.
Die Wahlbeteiligung mit 3030 Stimmen war deutlich höher als bei den Wahlen in Hessen und Niedersachsen.
Alle Spätentschlossenen können die Plakate hier auch weiterhin bewerten und kommentieren. Der visuelle Wahlkampf wird auch Thema beim nächsten Netzwerktreffen der Netzdemokraten am 26.2.08 sein zum dem Sie sich hier anmelden können.
Visueller Wahlkampf in Hamburg: Wahlplakate auf dem Prüfstand
»Das Auge wählt wieder mit«, wenn in Hamburg am 24. Februar 2008 die Bürgerschaftswahl stattfinden wird. Seit 2005 betreibt politik-visuell.de den »Visuellen Wahlkampf« zu Landtags- und Bundestagswahlen.
Unter der Adresse http://wahlkampf.politik-visuell.de finden Sie die aktuellen Wahlplakate aus Hamburg. Jeder Internet-Nutzer kann sie dort nicht nur betrachten, sondern über eine Kommentarfunktion auch mit anderen Nutzern diskutieren und mit Schulnoten bewerten – automatisch werden daraus die »Top Ten« generiert. Premiere feierte der »Visuelle Wahlkampf« bei der Bundestagswahl 2005. Seitdem werden die Wahlplakate dokumentiert und es wurden bereits mehr als 100.000 Bewertungen und rund 1900 Kommentare zu den Wahlkampfmotiven abgegeben.
Die Wahl ist entschieden
In Hessen gewinnt das Plakat der Piraten Partei mit dem Titel „Klar machen zum ändern!“
Mit ihrem Slogan „Wir sind dafür:“ konnte sich die SPD in Niedersachsen bei den „Wählern“ auf www.politik-visuell.de durchsetzen.

Die Plakate können auch nach der Wahl weiterhin hier bewertet und kommentiert werden.
Diese Ergebnisse werden auch Thema beim nächsten Netzwerktreffen für interaktive Demokratie sein. Die Netzdemokraten treffen sich wieder am 29. Januar 2008 in der Politikfabrik.
Hier können Sie sich




